Move first think later – Sense and Nonsense in Improving in Chess | Willy Hendriks

Geeignet für DWZ 1.500 – 2.200*

Move First, Think Later ist kein klassisches Schachtrainingsbuch. Der Internationale Meister Willy Hendriks stellt die gängige Trainingslehre infrage, nach der man zuerst eine Stellung bewertet, dann einen Plan formuliert und anschließend passende Züge findet. Seine These: In Wirklichkeit sehen Schachspieler – ob stark oder schwach – zuerst konkrete Züge. Planung und Bewertung entstehen nicht sauber nacheinander, sondern parallel und oft chaotisch. „Trial and error“ ist dabei kein Makel, sondern ein effektiver Bestandteil des Denkprozesses.

Hendriks kritisiert viele traditionelle Lehrmethoden und Autoren, die mit allgemeinen Prinzipien oder Checklisten arbeiten. Er argumentiert, dass solche Erklärungen häufig rückblickend konstruiert werden – mit dem Wissen um den Partieverlauf. Am Brett jedoch dominieren konkrete Varianten und Zugfolgen das Denken.

Das Buch verbindet Schach mit Psychologie und Erkenntnissen zur Funktionsweise des Gehirns. Themen wie Bestätigungsfehler, Denkgewohnheiten oder Lernmethoden werden anhand von Beispielen und Übungen beleuchtet. In 27 Kapiteln bietet Hendriks zahlreiche Aufgaben, die weniger klassische Taktikmotive illustrieren, sondern seine Grundthese untermauern. Besonders geeignet ist das Material für ambitionierte Vereinsspieler im Bereich etwa 1500–2200 Elo, die ihr Denken am Brett reflektieren möchten.

Move First, Think Later: Sense and Nonsense in Improving Your Chess
  • The chess playing mind does not work like a machine

Hendriks betont, dass es keinen „magischen“ Weg zur Verbesserung gibt: Talent und harte Arbeit bleiben entscheidend. Sein Ansatz richtet sich vor allem an Spieler, die festgefahren sind und eine neue Perspektive auf Training und Denkprozesse suchen.

Das Buch wurde 2012 mit dem ECF Book of the Year Award ausgezeichnet. Mit provokantem Ton, niederländischem Humor und einer gesunden Skepsis gegenüber Schachdogmen liefert Hendriks eine unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie Schachdenken tatsächlich funktioniert.


Details:

Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 240
Verlag: New in Chess
Sprache: englisch


Rezensionen:

„Not your typical chess improvement book, as the puzzles presented are present more to illustrate the author’s thesis than to be exercise to illustrate a chess strategy or tactic“ (goodreads)


Videos:

Interview mit dem Autoren im Perpetual Chess Podcast


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