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Die wahre Geschichte hinter einer berühmten Täuschung
Robert Löhrs Roman „Der Schachautomat“ basiert auf einer der bekanntesten Schachlegenden überhaupt: dem „Schachtürken“ des Wolfgang von Kempelen. Im Wien des Jahres 1770 präsentiert der Hofrat einen angeblich selbstständig Schach spielenden Automaten, der am Hof von Kaiserin Maria Theresia für Aufsehen sorgt. Tatsächlich verbirgt sich im Inneren der Maschine jedoch ein Mensch – der kleinwüchsige Italiener Tibor, der die Züge des Automaten steuert.
Historischer Roman mit Krimi-Elementen
Ausgehend von dieser historischen Begebenheit entwickelt Löhr eine Geschichte voller Intrigen, Geheimnisse und überraschender Wendungen. Tibor erlebt durch seine Rolle als „Schachtürke“ erstmals Anerkennung und Bewunderung, gerät jedoch in Schwierigkeiten, als eine junge Aristokratin unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Der Schachautomat wird zum Mittelpunkt von Spionage, kirchlicher Hetze und politischen Machtspielen.
Zeitgenössische Kritiken lobten vor allem die Verbindung aus historischer Recherche und spannender Unterhaltung. Mehrfach wird hervorgehoben, wie lebendig Löhr das Zeitalter der Aufklärung schildert und historische Fakten mit einer fiktiven Handlung verknüpft. Dabei stehen nicht nur Schach und Technikgeschichte im Mittelpunkt, sondern auch Fragen nach Täuschung, Identität und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Fazit
Der Schachautomat ist ein historischer Roman, der die Legende des Schachtürken in eine spannende Abenteuer- und Kriminalgeschichte verwandelt. Schachkenntnisse sind dabei nicht erforderlich. Wer sich für Schachgeschichte, historische Stoffe oder gut erzählte Romane mit ungewöhnlichem Hintergrund interessiert, findet hier eine unterhaltsame und atmosphärische Lektüre.
Details:
Erscheinungsjahr: 2005
Seiten: 416
Verlag: Piper
Sprache: deutsch
Rezensionen:
„Ein Überraschungserfolg, wie es ihn in dieser Form lange nicht gegeben hat.“ (SPIEGEL)
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