Viktor Kortschnoi (23. März 1931 – 6. Juni 2016) war ein Schachgroßmeister russischer Herkunft, der nach seiner Emigration aus der Sowjetunion 1976 in der Schweiz lebte und seit 1979 für sie antrat. Seine beste FIDE-Elo lag bei 2695 (1979–1981). Internationaler Meister wurde er 1954, Großmeister 1956.
Schon als Kind in Leningrad lernte er Schach von seinem Vater; die Leningrader Blockade überlebte er nur knapp und verlor dabei seinen Vater sowie fast seine gesamte Familie (Quelle). Ab 1943 wurde er im Schachklub des Leningrader Pionierpalastes ausgebildet, gewann 1947 und 1948 die sowjetische Jugendmeisterschaft und qualifizierte sich früh für die sowjetische Meisterschaft. Parallel studierte er Geschichte und schloss 1954 in Leningrad mit Diplom ab.
Sportlich gehörte Kortschnoi jahrzehntelang zur Weltspitze. Viermal wurde er UdSSR-Meister (1960, 1962, 1964, 1970). Er spielte sechs Mal in siegreichen sowjetischen Olympiamannschaften (1960, 1966, 1968, 1970, 1972, 1974) und nahm später auch für die Schweiz vielfach am Spitzenbrett teil. In den Weltmeisterschaftszyklen war er immer wieder ganz nah am Ziel: 1974 verlor er im Kandidatenfinale gegen Anatoli Karpow. 1978 und 1981 qualifizierte er sich erneut als Herausforderer, unterlag Karpow aber in beiden WM-Kämpfen – 1978 in Baguio knapp (6:5 Siege bei 21 Remisen), 1981 in Meran deutlich (6:2 Siege).

Seine Flucht in den Westen 1976 führte zu einem politisch hoch aufgeladenen Umfeld – auch, weil seine Familie zunächst in der Sowjetunion blieb und die Ausreise erst später möglich wurde. Unabhängig davon blieb Kortschnoi bis ins hohe Alter ein aktiver Spitzenkämpfer: 2006 wurde er bei seiner ersten Teilnahme sofort Seniorenweltmeister, und im Januar 2007 stand er noch auf Rang 85 der Weltrangliste – als damals ältester Spieler in den Top 100.
Kortschnoi galt als kompromissloser Wettkämpfer („Viktor der Schreckliche“) und hält aufgrund seiner außergewöhnlich langen Karriere den Rekord von fast 5000 dokumentierten Partien. Nach einem Schlaganfall, der Ende 2012 bekannt wurde, trat er nur noch vereinzelt auf. Er starb 2016 in Wohlen.
Bücher von Victor Korchnoi
Als Autor veröffentlichte er unter anderem autobiografische und partienbezogene Werke sowie ein Endspielbuch, darunter Ein Leben für das Schach (1978), Meine besten Kämpfe (1979) und Praxis des Turmendspiels (1999).
Auf beste-schachbuecher.de ist folgendes Buch bewertet:

Alle Autoren findest du hier im ABC der Schachbuchautoren.
Alle Autoren findest du hier im ABC der Schachbuchautoren.
