Reuben Fine (1914–1993) war ein US-amerikanischer Großmeister, Psychoanalytiker und einer der stärksten Schachspieler der Welt in den 1930er- und frühen 1940er-Jahren. Zeitweise führte er die nachträglich berechnete historische Weltrangliste an und erreichte im Juli 1941 eine historische Elo-Zahl von 2762.
Seinen internationalen Durchbruch schaffte Fine Mitte der 1930er-Jahre mit Turniersiegen unter anderem in Hastings, Zandvoort sowie starken Leistungen in Nottingham, Moskau und Leningrad. Den größten sportlichen Erfolg seiner Laufbahn feierte er 1938 mit dem geteilten ersten Platz beim legendären AVRO-Turnier, das als inoffizielles Kandidatenturnier zur Weltmeisterschaft galt. Außerdem gewann er mit der US-amerikanischen Mannschaft dreimal olympisches Gold und erzielte dabei mehrere Spitzenresultate an den vorderen Brettern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Fine vor einer außergewöhnlichen Entscheidung: Obwohl er zu den sechs Spielern gehörte, die für die Schachweltmeisterschaft 1948 vorgesehen waren, verzichtete er auf die Teilnahme. Stattdessen widmete er sich seiner wissenschaftlichen Laufbahn und arbeitete fortan als Psychoanalytiker, Hochschullehrer und Autor. 1950 erhielt er den Großmeistertitel der FIDE, kehrte jedoch nicht mehr dauerhaft zum Turnierschach zurück.
Reuben Fine gilt als einer der größten Schachspieler, die nie um die Weltmeisterschaft kämpften. Seine Kombination aus Weltklasse-Spielstärke, wissenschaftlichem Denken und einflussreichen Schachbüchern macht ihn bis heute zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Schachgeschichte.
Porträt von Reuben Fine durch GM Ben Finegold:
Reuben Fine als Schachbuchautor
Auch als Schachautor hinterließ Fine bleibende Spuren. Sein 1941 erschienenes Basic Chess Endings wurde zu einem Standardwerk der Endspieltheorie und von Michail Botwinnik als die erste wissenschaftliche Monografie über Schachendspiele gewürdigt. Ebenfalls große Bekanntheit erlangte The Ideas Behind the Chess Openings, das die strategischen Ideen hinter den wichtigsten Eröffnungen verständlich erklärt. Neben seinen Schachbüchern veröffentlichte Fine zahlreiche Werke zur Psychoanalyse, darunter The Psychology of the Chess Player, in dem er psychologische Aspekte des Schachspiels untersucht.
Auf beste-schachbuecher.de bewerte Schachbücher von Reuben Fine:
Basic Chess Endings | Reuben Fine
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