Michael Stean

Michael Francis Stean (*1953 in London) gehörte in den 1970er-Jahren zu Englands stärksten Spielern. 1974 wurde er Co-Sieger der Britischen Meisterschaft, 1975 Internationaler Meister und 1977 Großmeister. Bei den Schacholympiaden überzeugte er besonders 1974 in Nizza, wo seine Partie gegen Walter Browne als beste des gesamten Turniers ausgezeichnet wurde, sowie 1976 in Haifa mit Einzelgold und Teambronze.

Ein zentraler Teil seiner Laufbahn war die Arbeit als Sekundant von Viktor Kortschnoi während der WM-Kandidatenzyklen 1977–78 und 1980–81. Stean war dort vor allem für die Eröffnungsvorbereitung verantwortlich – in einer Phase, in der Kortschnoi große Namen wie Spassky, Hübner und Polugajewsky ausschaltete.

Stean veröffentlichte zwei Bücher: Sicilian Najdorf (1976) und Simple Chess (1978). Besonders Simple Chess, eine klare Einführung in grundlegende strategische Ideen, entwickelte sich zu einem vielzitierten Klassiker und wird bis heute aufgelegt. Zusätzlich schrieb er eine umfangreiche Einleitung zu Bent Larsens WM-Buch von 1978 und war von 1979 bis 1993 Schachkolumnist für The Observer.

Michael Stean 1978, By Bert Verhoeff for Anefo – Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0 nl, Quelle

Bereits 1982 zog sich Stean im Alter von 29 Jahren vollständig vom Turnierschach zurück und wurde Steuerberater. Später betreute er kurzzeitig Nigel Short. Als Spieler, Sekundant und Autor eines einflussreichen Strategiehandbuchs bleibt er eine markante Figur der englischen Schachgeschichte.

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