Hans Kmoch (1894–1973) war ein österreichischer Schachspieler, Schiedsrichter, Journalist und Autor. Geboren in Wien, später über die Niederlande in die USA emigriert, gehörte er zu jenen Schachpersönlichkeiten, die nicht nur am Brett, sondern vor allem durch ihre publizistische Arbeit Spuren hinterließen.
Spieler, Journalist und Schiedsrichter
Kmoch erzielte in den 1920er und frühen 1930er Jahren mehrere beachtliche Turniererfolge. Er gewann unter anderem 1925 in Debrecen sowie 1930 in Wien und Ebensee. Für Österreich nahm er 1927, 1930 und 1931 an Schacholympiaden teil. 1950 verlieh ihm die FIDE den Titel Internationaler Meister, 1951 wurde er Internationaler Schiedsrichter.
Parallel zu seiner Spielerkarriere arbeitete Kmoch journalistisch. Er schrieb für Schach- und Tageszeitungen, übernahm die Schachrubrik im Neuen Wiener Journal und veröffentlichte Beiträge in der Wiener Schachzeitung. Zudem war er als Sekundant Alexander Aljechins und als Turnierleiter beim WM-Kampf Aljechin–Euwe 1935 tätig.

Seinen dauerhaftesten Ruf erwarb sich Kmoch als Schachautor. Zu seinen Werken zählen Die Kunst der Verteidigung, Rubinstein gewinnt!, das Tagebuch vom Wettkampf Aljechin–Euwe sowie ein Nachtragsband zum traditionsreichen Handbuch des Schachspiels von Bilguer.
Am bekanntesten wurde jedoch Die Kunst der Bauernführung von 1956, das später auf Englisch als Pawn Power in Chess erschien. Mit diesem Buch machte Kmoch die Bauernstruktur zu einem eigenständigen Thema strategischer Schachbetrachtung und prägte Begriffe, die in der Schachliteratur bis heute nachwirken.
Hans Kmoch bleibt damit vor allem als präziser Beobachter, Theoretiker und Vermittler in Erinnerung – ein Autor, der die strategische Sprache des Schachs nachhaltig erweitert hat.
Bücher von Hans Kmoch
Die Kunst der Bauernführung | Hans Kmoch
Alle Autoren findest du hier im ABC der Schachbuchautoren.
